Lettland

Die KZ-Gedenkstätte Salaspils

In Salaspils bei Riga (ca. 20km südöstlich) wird man – wie leider viel zu oft in Europa – einmal mehr mit den Verbrechen der deutschen NS-Vergangenheit konfrontiert. Schonungslos, aber im Grunde auch skurril wird dem Betrachter im ehemaligen Arbeitslager Kurtenhof vor Augen geführt, dass die perfide Grausamkeit des Hitler-Regimes auch an "eher unbekannter" Stätte mit letzter Konsequenz umgesetzt wurde.

 

Über die Zahl der hier zu Tode gekommenen Häftlinge gibt es zwar noch immer keine exakten Angaben. Dass das Morden aber auch hier Methode hatte, wird nicht zuletzt durch die bis heute sichtbaren Einschusslöcher in einer Betonwand des Lagers mehr als deutlich.

 

Neben solch bedrückenden Momentaufnahmen wird die dokumentarisch insgesamt recht unaufgeräumt, ja verwildert wirkende Gedenkstätte von großer Sowjet-Symbolik dominiert. Sieben monumentale Skulpturen aus dem Jahr 1967 verkörpern auf geradezu unnachahmliche Weise das Leid, die Zähigkeit und den Erfolg des Antifaschismus im Kampf gegen das NS-Regime. Weithin sichtbar auf freiem Feld.

 

Genutzt wurde das Gelände von den Nazis in den Jahren 1941 bis 1944. Mehr als 600.000 Gefangene durchliefen das Lager in dieser Zeit, – darunter knapp 40.000 Kinder, die in Kurtenhof speziell "medizinischen" Zwecken zu dienen hatten. Ohne Rücksicht auf Leib und Leben zapfte man ihnen Blutkonserven für die Wehrmacht ab.

 

"Tod im Lager für Leben an der Front", – es ist eine dieser vielen kleinen Geschichten aus der Zeit des 2. Weltkriegs, die sich nur schwer in Worte fassen lassen. Zur Verbesserung der Pflege und (vor allem) thematischen Aufarbeitung des Lagers wurde inzwischen ein Gedenkstätten-Fond gegründet. Konkretes hierzu ist aktuell jedoch nicht bekannt.

 

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