Lettland

Architektur in Riga - Faszinierende Vielfalt

Im Zentrum Rigas lassen sich in großer Zahl Beispiele für alle architektonischen Stilrichtungen finden, die speziell für das Baltikum, aber auch für den gesamten nordeuropäischen Raum von hoher Bedeutung und damit charakteristisch sind. Dies betrifft im Speziellen Gotik, Romanik, den Jugendstil sowie die traditionelle lettische Holzhausarchitektur.

 

Orthodoxe Kirche Riga
Blick über Riga, - im Vordergrund die Orthodoxe Kirche, dahinter die Altstadt.

Überregional bekannt ist Riga für seinen üppigen Bestand an Villen bzw. Wohnhäusern im Jugendstil. Sie entstanden im Zuge detailliert geplanter und umgesetzter Erweiterungen des Stadtkerns ab Mitte des 19. Jahrhunderts, als die mittelalterlichen Befestigungsanlagen des historischen Zentrums dem so genannten Boulevard Ring weichen mussten.

 

Die Fassaden sind in der Regel mit viel Liebe zum Detail verziert. Blumenartige Ornamente, Skulpturen und andere Zierdeformen machen den besonderen Reiz dieser Stilrichtung aus. Die prächtigsten Vertreter der in Riga gut und gerne 1000 Gebäude zählenden Jugendstil-Substanz finden sich in und um die Alberta iela, ein Stück nördlich der Altstadt.

 

Fassade
Ein Beispiel von Rigas berühmter Fassadenpracht.

Zwar konnte der Zahn der Zeit an einigen Fassaden offenbar recht erfolgreich nagen, es wird jedoch mit Hochdruck an der Restauration der wunderschönen Bauten gearbeitet, so dass mittel- bis langfristig alle Schäden behoben sein sollten. - Absolut sehenswert.

 

In "Pardaugava", dem weit weniger pompösen Stadtteil jenseits des Flusses, finden sich zahlreiche Beispiele für die traditionelle lettische Holzbauweise. Nicht architektonischer Glanz, sondern vielmehr Charme macht den besonderen Reiz der ehemaligen Arbeitersiedlungen links der Daugava aus. Im Grunde überwiegt zweistöckige Schlichtheit, doch es gibt ebenso Beispiele für architektonische Kreuzungen zwischen hölzerner Tradition und Stilepochen wie beispielsweise dem Neoklassizismus.

 

Gotische und romanische Elemente lassen sich natürlich auch in Riga der Altstadt zuordnen, häufig in Verbindung mit Backstein. So zu sehen am Dom (1211), der Petri-Kirche (1209), dem Schwarzhäupterhaus (1334) sowie den originalgetreu rekonstruierten Überresten der ehemaligen Stadtmauer. Alles in allem besticht die Stadt durch ihre Vielfalt, die sich in Riga als architektonischer Nachweis der Jahrhunderte in geballten Portionen über das gesamte Zentrum erstreckt.

 

Suche