Kemeri Nationalpark - Wald, Moor und viel Wasser
Der über 380 Quadratkilometer große Kemeri-Nationalpark wurde 1997 gegründet. Er besteht zu 57% aus Wald, zu 24% aus Moor/Sumpflandschaften und zu rund 10% aus Wasserfläche. Das Reservat eröffnet seinen Besuchern ein breites Feld an möglichen Aktivitäten. Auf sicheren Bretterstegen können beträchtliche Teile der Moorlandschaft erkundet werden.
Es gibt Kanu-Touren und Wanderungen auf markierten Routen (wahlweise mit Führung). Zur Förderung des Tourismus setzt die Parkleitung zudem auf eine Reihe von Events, - sicher ungewöhnlich, aber umso wirkungsvoller. Nachtwanderungen, Vogel-Exkursionen und Lesungen für Schüler sorgen für Abwechslung, Spannung und natürlich Werbung in eigener Sache.
Topographisch ist das im äußersten Nordwesten Lettlands gelegene Reservat in Küstennähe stark von Inland-Dünen und flachen Seen geprägt. Die Einflüsse der stets in unmittelbarer Nähe befindlichen Ostsee sind allgegenwärtig. Unzählige Wasservögel nisten in der von Menschenhand bis auf Fischerei und ein wenig Landwirtschaft nahezu unberührten Region.
Entsprechend wird Artenschutz im Kemeri generell groß geschrieben, Flora und Fauna gleichermaßen betreffend. Vieles von dem, was hier "kreucht und fleucht", ist nicht nur in Lettland, sondern europaweit von hoher Seltenheit. Zu nennen sind Biber, Elche, Spechte, Störche und Wasseramseln.
Weiter im Landesinneren steigt der Anteil von Wald- und Moorflächen stetig an.
Spektakulär beispielsweise das Moor namens Lielais-Kemeru-tirelis mit seinen kleinen Seen, deren Wasser vor Heilkraft nur so strotzt. Fast zwangsläufig entwickelte sich das recht zentral im Nationalpark gelegene Städtchen Kemeri schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem Kurort, dessen Status und Einfluss in der jüngeren Vergangenheit jedoch rapide sank. Angesichts der hervorragenden Bedingungen vor Ort eigentlich unverständlich.





