Lettland

Die lettische Pflanzenwelt - Vegetative Vielfalt

Im Gegensatz zu anderen, weitaus dichter besiedelten Ländern Europas lässt man der Natur in Lettland ihren Raum. Kilometerweit menschenleere Landschaften sind gebietsweise eher die Regel denn die Ausnahme, vor allem in den östlichen, der Grenze nach Russland zugewandten Bereichen der Baltenrepublik. Aber auch sonst ist, von der Hauptstadt Riga und einigen anderen urbanen Zentren abgesehen, nirgendwo mit größeren Menschenansammlungen zu rechnen.

 

Seerose
Die Seerose begegnet einem oft im wasserreichen Lettland.

Der Natur kommt dies zweifelsfrei zugute. Entsprechend ist ein Großteil Lettlands mit Bäumen bedeckt – stattliche 40% seiner Gesamtfläche, teils urwaldartig. Die größten zusammenhängenden Waldgebiete befinden sich in Kurland (Kurzeme) und Teilen Semgallens (Zemgale), zwei hauptsächlich im Westen bzw. Südwesten des Landes angesiedelten Regionen.

 

Wichtigste, weil mit Abstand in größter Stückzahl vorhandene Baumarten Lettlands sind Kiefern und Fichten (Nadelhölzer), die in Niederungen jedoch nicht selten durch Birken und Erlen (Laubbäume) verdrängt werden. Ihr Bestand ist, nicht zuletzt wegen zuletzt deutlich verbesserter Umweltschutzmaßnahmen, flächendeckend als gesund anzusehen. Glücklicherweise haben in Lettland immer mehr alte, Luft und Wasser stark belastende Schwerindustrieanlagen aus der Sowjetära ausgedient.

 

Waldböden und Freiflächen sind häufig von Gräsern und Kräutern bewachsen. Hinzu kommen Sträucher, Moose, Farne und Flechten, weshalb landschaftlich in den Monaten Mai bis August/September unterschiedliche Grün-Töne dominieren. Anders die Situation zu Beginn des anschließenden, wenige Wochen andauernden Herbsts. Nun wechselt das Laub seine Farbe, wird bunt und abwechslungsreich. – Für viele Wanderer aus dem In- und Ausland die schönste Periode des Jahres.



Aus agrarwirtschaftlicher Perspektive hatten die Letten indes lange Zeit mit der Bodenbeschaffenheit ihrer Wiesen (15% der Landesfläche) zu kämpfen. Zu feucht, zu morastig – es mussten Wege gefunden werden, das Ödland fruchtbar zu machen. Dank spezieller Verfahren (Melioration) gelang es, den Boden voranzubringen. Es entstand üppiges, weidewirtschaftlich nutzbares Grünland.

 

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