Lettland

Das Klima in Lettland - Zweigeteiltes Vergnügen

Um es einmal (sehr) populärwissenschaftlich auszudrücken: Lettland ist zu weit nördlich, um wirklich mild und zu weit südlich, um wirklich kalt zu sein – im Jahresmittel, versteht sich. Vielmehr teilt sich das Klima in zwei große, wenn auch unterschiedlich lange Blöcke. Es gibt einerseits Winter (Oktober/November bis März/April) und andererseits Sommer (Mai/Juni bis August/September), in der Regel verbunden durch allenfalls 3-4-wöchige Übergangsperioden. Frühling und Herbst finden im Grunde kaum statt.

 

sommerliche Badefreuden
Die Letten kennen sommerliche Badefreuden von Klein an.

Verglichen damit sind tagesaktuelle Vorhersagen in Lettland Glückssache. Bedingt durch das Aufeinandertreffen von See- und kontinentalem Klima kann das Wetter in kürzester Zeit umschlagen. Auch ist es durchaus möglich, dass in den Regionen des Landes deutlich voneinander abweichende Witterungen herrschen. – Temperaturen und Niederschlag gleichermaßen betreffend.

 

Betrachtet man das Klima unter touristischen Aspekten, ist vor allem der Sommer, insbesondere jedoch der Monat Juni hervorhebenswert. Er hat im langjährigen Mittel die wenigsten Regentage (ca. 3), die meisten Sonnenscheinstunden (um den 21. Juni, d. h. zur Sommerwende, ist es nachts gerade einmal 2-3 Stunden dunkel) und mit rund 25º Celsius sehr angenehme Tagestemperaturen. Auch die Nächte bleiben nun in der Regel mild, womit insgesamt nahezu ideale Bedingungen zum Wandern oder Baden herrschen.

 

Winter
Im Januar - Wenn der Winter schön ist.

Aber aufgepasst: Die Ostsee knackt die von vielen als Badegrenze betrachtete 20º-Marke nur mit einigen heißen Tagen Vorlauf. Kalthasser sind daher auch an heißen Tagen immer gut beraten, zunächst dem Nachwuchs den Vortritt zu lassen. Anders das Bild je nach Witterung bei den Badeseen. Hier ist es durchaus möglich, dass über einige Tage verteilt ein Art Aufheiz-Prozess anspringt, an dessen Ende wohlig-warmes Wasser wartet.

 

Jahreszeitlich sieht die Unterteilung in Warm und Kalt wie folgt aus: Der Sommer hält in der Regel gegen Mai – zunächst langsam, dann sehr schnell – Einzug ins Land. Über die Prachtmonate Juni, Juli und August geht es in den ebenfalls noch recht milden Herbstmonat September. Zwar wird das Wetter nun bereits unbeständig und die Tage merklich kürzer, aber ihre gesamte Farbpalette entfaltet die Natur erst jetzt – wenige Wochen vor Wintereinbruch. Wanderurlaub in Lettland ist damit stets auch Typsache.

 

Im Winter findet die Pracht freilich auch in Lettland ein jähes Ende. Kaltes, teils nasskaltes (in Küstenregionen) bzw. eisiges (im Landesinneren) Wetter beherrscht die Zeitspanne von November bis April. Großflächig sind nun vor allem die höheren Lagen von dichtem Schnee bedeckt, wobei alpiner Wintersport lediglich unvollendet betrieben werden kann. Es fehlen schlichtweg hohe Berge, weshalb Langlaufskier im Grunde das sinnvollere Reisegepäck sind. Möglich ist jedoch beides.

 

Wirklich abzuraten ist von einem Lettland-Urlaub eigentlich nie. Wer auch bei kaltem, mitunter feuchtem Wetter noch Spaß am Wandern hat, wird dies bezeugen. Unter dem Strich hat damit in Lettland jede Jahreszeit ihren speziellen Reiz, auch wenn der milde Sommer – hierin besteht kein Zweifel – als Hauptreisezeit prädestiniert ist.

 

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