Lettland

Die lettische Küche - Am liebsten traditionell und deftig

Obwohl inzwischen (leider) auch die lettische Küche mehr und mehr von den "kulinarischen" Auswüchsen der jüngeren Vergangenheit heimgesucht wird – McDonalds, Burger King und Co. lassen grüßen –, stehen traditionelle Gerichte im zentralen Baltikum noch immer hoch im Kurs. Seit Jahrhunderten kocht man in Lettland, was Felder und Ställe hergeben. Vor allem Kartoffeln, Bohnen, allerlei Arten von Gemüse und Fleischiges bestimmen den Speiseplan. Auch Fisch ist ein gern gegessener Gast.

 

Lettische Küche
Brot ist ein wichtiger Bestandteil der lettischen Küche.

In der Zeit, als der "globalisierte" Verzehr weit angereister Nahrungsmittel in Lettland noch nicht alltäglich war, gaben Ackerbau und Viehzucht den Ton an. Die Bedingungen waren dabei, klimatisch bedingt, nicht unbedingt als einfach anzusehen. Entsprechend respektvoll gehen die Letten nach wie vor mit ihren Nahrungsmitteln um. Das Wissen um die Begrenztheit der Vorräte in Kellern und Schobern ist heute vielerorts noch sehr gegenwärtig; – zuvorderst auf dem Land.

 

Die traditionelle lettische Kost ist stark jahreszeitlich geprägt: Im Winter dominier(t)en Fleisch, Kartoffeln und Gemüse, während im Sommer eher Milchprodukte wie Käse, Breispeisen und deftiges Brot die heimischen Tafeln bestückten. Kalorien wurden dabei nie gezählt, im Gegenteil. Vielmehr galt es, den durch Handwerk und Feldarbeit erlittenen Kraftverlust möglichst schmackhaft auszugleichen. Fette Fleischspeisen und sahnige Desserts erinnern heute mit Nachdruck an die alt-eingesessenen Essgewohnheiten.

 

Wie so oft dürfte die Kartoffel auch in Lettland zu den ersten Import-Schlagern gehört haben. Ab dem 19. Jahrhundert verhalf sie den Rezept-Sammlungen des Landes zu deutlich mehr Abwechslung. Außerdem sank die Abhängigkeit vom Getreide beträchtlich. Hungern musste von nun an im Grunde niemand mehr.  Apropos Hunger: Um jahreszeitlich bedingten Entbehrungen weitgehend vorzubeugen, gehörte das Einmachen von Speisen in Lettland immer zu den wichtigsten Vorkehrungen der Herbstwochen.

 

In den Kellern der Gehöfte roch es nun verstärkt nach getrocknetem Fleisch, nach Würsten, Speck und Schinken. Gepökelt wurde ebenfalls. Holzfässer mit gesalzenem Gemüse, Fleisch und Fisch vermochten den Energiebedarf der kalten Tage einigermaßen zu decken. Vorrat, einer der Schlüsselbegriffe der  traditionellen lettischen Küche, über deren Rezepte Sie sich hier informieren können. Guten Hunger und viel Spaß beim Experimentieren.

 

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