Die Geschichte Lettlands in der Chronologie
6000 v. Chr.: Besiedlung durch finno-ugrische Stämme aus dem Osten.
2000 v. Chr.: Besiedlung durch indo-europäische Stämme aus dem Süden.
1180 n. Chr.: Etwa zeitgleich mit dem Zuzug deutscher Kaufleute an die Mündung der Düna etabliert sich der Name „Livland“ (ehem. Bezeichnung sämtlicher Gebiete, auf denen sich heute Lettland und Estland befinden).
1201: Gründung Rigas durch Albrecht von Buxthoeven.
13. Jh.: Eroberung und Christianisierung Livlands durch den Deutschen Orden.
13. - 15. Jh.: Ausbreitung der Hanse über die Küstengebiete Livlands aus.
1561: Im Zuge des Livländischen Krieges (1558-1583) zerfällt das Territorium in mehrere Machtbereiche. Der Norden wird Schweden, der Süden Polen unterstellt. Lediglich im Zentrum Livlands dauert die deutsch-baltische Herrschaft weiter an.
1621: Eroberung Livlands durch König Gustav II. Adolf von Schweden.
1710 - 1795: Eroberung Rigas durch Zar Peter I. (Peter der Große). Es folgt die Wiedervereinigung sämtlicher alt-livländischer Gebiete unter russischem Protektorat (Deutsche Ostseeprovinzen Russlands).
19. Jh.: Aufkeimen nationalistischer Strömungen und damit verbundene Etablierung von Zeitungen und Theatern in Landessprache.
ab 1881: Russifizierung der Ostseeprovinzen und damit verbundene Beschneidung der deutsch-baltischen Selbstverwaltung unter Zar Alexander III.
Ende 19. Jh.: Industrialisierung und Handelsaufschwung der Ostseeprovinzen. Riga entwickelt sich zum wichtigsten Hafen Russlands.
1914 - 1918: Besetzung durch deutsche Truppen im 1. Weltkrieg.
18.11.1918: Proklamation der Lettischen Republik.
1918/1919: Lettischer Freiheitskampf gegen sowjetische und deutsche Einheiten.
1920: Friedensvertrag mit Russland und rigorose Enteignung der deutschbaltischen Großgrundbesitzer. Tausende von ihnen verlassen daraufhin das Land.
1920 - 1922: Landesverfassung und Übergang in eine parlamentarische Demokratie. Karlis Ulmanis (1877-1942) wird erster Premierminister des freien Lettland.
15. Mai 1934: Aufhebung der Verfassung und Errichtung eines autoritären Regimes durch Premier Ulmanis.
23.08.1939: In einem geheimen Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Pakts überlässt das Deutsche Reich den gesamten baltischen Raum (und damit Lettland) sowjetischen Machtinteressen.
05.10.1939: Die Sowjetunion zwingt Lettland ein so genanntes Beistands- und Stützpunktabkommen auf.
Okt. 1939 – 1941: Unter dem Motto „Heim ins Reich!“ werden tausende Deutsch-Balten aus Lettland in den Warthegau umgesiedelt.
21.07.1940: Völkerrechtswidrige Eingliederung Lettlands in die Sowjetunion.
1941 - 1945: Eroberung und Besetzung Lettlands durch Wehrmachtstruppen im 2. Weltkrieg. Rückeroberung durch die Rote Armee im Herbst 1944.
ab 1945: Die systematische Sowjetisierung Lettlands. Bis 1953 werden etwa 120.000 Letten inhaftiert, verschleppt oder getötet. Bis Anfang der 90er Jahre sinkt der lettische Bevölkerungsanteil auf knapp über 50% (im Gegensatz zu 33% Russen).
23.08.1989: Zum 50. Jahrestag des Hitler-Stalin-Paktes bildet sich im Baltikum eine 600 km lange Menschenkette.
04.05.1990: Unabhängigkeitserklärung durch das lettische Parlament beschlossen.
03.03.1991: 74% der lettischen Bevölkerung stimmen für die Unabhängigkeit. Auch russische Anteile mehrheitlich für die Autonomie.
20.08.1991: Unabhängigkeitserklärung.
21.08.1991: Verabschiedung und Inkrafttreten der Verfassung von 1922.
06.09.1991: Anerkennung der Unabhängigkeit Lettlands durch die Sowjetunion.
17.09.1991: Kollektive Aufnahme der Baltischen Staaten in die UNO.
März 1993: Wiedereinführung des Lats als nationale lettische Währung.
12.06.1995: Assoziierungsvertrag der Baltischen Staaten mit der EU.
Dezember 1999: Der EU-Gipfel in Helsinki beschließt die Einladung Lettlands zu Aufnahmegesprächen.
2001: 800-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt Riga.
13.12.2002: Der EU-Gipfel in Kopenhagen beschließt die Aufnahme Lettlands.
20.09.2003: In einem Volksreferendum stimmen 67% der Bevölkerung für einen EU-Beitritt Lettlands zum 01.05.2004.
02.04.2004: Nato-Aufnahme Lettlands.
01.05.2004: EU-Aufnahme Lettlands.
27.03.2007: Ratifizierung des russisch-lettischen Grenzvertrages.
21.12.2007: Das Schengen-Abkommen tritt auch in Lettland in Kraft. Damit entfallen für EU-Bürger bei der Ein- und Ausreise per Auto, Zug oder Schiff Passpflicht und Grenzkontrollen. Lediglich Flugreisende müssen sich noch bis zum 30. März 2008 ausweisen.



