Lettland

Informationen zur Bevölkerung in Lettland

In Lettland leben derzeit rund 2,3 Millionen Menschen (Stand: 2006), die sich im Wesentlichen aus zwei Bevölkerungsgruppen rekrutieren. Knapp 60% der Einwohner sind lettischer Abstammung, und rund 30% weisen einen russischen Stammbaum auf, wobei die Koexistenz beider Volksgruppen auf lettischem Boden keineswegs als spannungsfrei bezeichnet werden kann.

 

Bevölkerung: Volksfest
Auf einem Volksfest in Riga.

Die größten Minoritäten des Landes haben ihren Ursprung ebenfalls in Osteuropa: Weißrussen (ca. 3,5 %), Ukrainer sowie Polen (jeweils 2 %) und Litauer (ca. 1%). 1,5% der Bevölkerung entfallen auf weitere ethnische Gruppen, auch deutscher (ca. 5.000 Einwohner) und jüdischer (ca. 15.000 Einwohner) Herkunft.

 

Mit Abstand größter Ballungsbereich des Landes ist Riga. In der Hauptstadt selbst leben aktuell rund 730.000 Menschen, weitere 150.000 im näheren Umland. Demografisch betrachtet ist Riga damit die einzige Metropole des Baltikums – Tallinn (Estland) und Vilnius (Litauen) rangieren mit rund 400.000 bzw. 550.000 Einwohnern recht deutlich dahinter.

 

Kiteboardig
Die Letten sind sehr aktiv, vor allem am Wasser. Hier ein Kiteboardig- Wettbewerb in Jurmala.

Dennoch gehört auch die lettische Republik zu den wenig besiedelten Ländern Europas. Die Bevölkerungsdichte liegt im Durchschnitt bei rund 36 Einwohnern je Quadratkilometer (zum Vergleich: in Deutschland liegt der Wert aktuell bei 230), wobei infolge eines großen Stadt-Land-Gefälles deutliche regionale Unterschiede messbar sind.

 

Rund 70% aller Letten leben – bei entsprechend höherer Bevölkerungsdichte – in städtischen bzw. großstädtischen Gebieten. Der Rest kann mit Fug und Recht als Landbevölkerung bezeichnet werden. Vor allem im Ostteil der Republik sind viele Landstriche nahezu entvölkert.

 

Formel-2-Rennen
Siegerehrung beim Formel-2-Rennen (Motorboote) am Aluksne-See.

Was die Bevölkerungsstruktur insgesamt betrifft, hat der politische und wirtschaftliche Transformationsprozess der frühen Post-Sowjet-Ära (ab Anfang der 90er Jahre) auch in Lettland nur bedingt positiven Einfluss ausgeübt. Das Land droht infolge niedriger Geburtenraten (ca. 1,3 Kinder je Frau) und des Fortzuges junger, gebildeter Bürger rasch zu überaltern; die Zahl der Bevölkerung sinkt jährlich im Prozentbereich.

 

Die Gründe hierfür sind vielfältig: Zum einen führten der abrupte Zusammenbruch der Sowjetunion und die damit verbundenen Unsicherheiten bzw. Zukunftsängste wie in vielen Ländern Osteuropas zu einer wahren Geburtenimplosion. Hinzu kommt, dass viele der so unbeliebten Russen dem Land nach und nach den Rücken kehren. Ihr Fortzug trägt deutlich zur Verstärkung der Problematik bei.

 

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